April 1, 2022

Der Wandel zur Innovationskultur

Im Interview mit Dr. Marc Granthien und Alexander Reiß von der HDI Versicherung AG

Interview

Innovationswerkstatt

Innovationskultur

Dr. Marx Granthien und Alexander Reiß (HDI Versicherung AG)
Abbildung: Dr. Marx Granthien und Alexander Reiß (HDI Versicherung AG)

Der Wandel zu einer innovativen Unternehmens- und damit zu einer Innovationskultur ist nicht immer leicht und schon gar nicht von heute auf morgen vollzogen. Es braucht Zeit bis ein gesamtes Unternehmen so ausgerichtet ist, dass Innovation dauerhaft unterstützt und Innovationserfolge laufend erzielt werden. Wie es gelungen ist, bei der HDI Versicherung AG eine Innovationskultur zu etablieren und die Mitarbeiter mit einzubeziehen, erzählen uns Dr. Marc Granthien, Leiter Fachliche Service-Komponenten und Alexander Reiß, Steuerung und Entwicklung, im Interview.


Wie wird die Innovationskultur bei der HDI gelebt?


Allein durch die Größe des HDI- bzw. Talanx-Konzerns hat die Innovationskultur unterschiedliche Facetten. Bei der HDI Versicherung AG, welche sich primär um das Retailgeschäft für Privatkunden, Freiberufler sowie Kleinstgewerbe kümmert, wurde in den letzten 5 Jahren sukzessive ein Innovationsmanagement entwickelt. Ressortübergreifend sind Rollen und Abläufe geschaffen worden, die den deutschlandweiten Austausch sicherstellen. Dabei werden auch bewusst Kooperationen mit Start-up-Accelerators sowie weiteren Institutionen und Netzwerken – wie z. B. den Versicherungsforen – eingegangen und gefördert. Dadurch konnten innerhalb kurzer Zeit eine Vielzahl von neuen Ansätzen ausprobiert und verfolgt werden. Generell soll die neu geschaffene Struktur sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter die Chance hat, Ideen in das Unternehmen einzubringen, die dann bei positiver Bewertung auch ein Umsetzungsbudget erhalten. Damit ist es gelungen, ein übergreifendes Involvement und eine Innovationskultur zu etablieren.


Die Innovationskultur beeinflusst maßgeblich, ob die Mitarbeiter eines Unternehmens tatsächlich innovieren können und wollen. In welcher Hinsicht ist das so und warum?


Nur wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, gehört zu werden, bringen sie auch ihre Ideen aktiv in das Unternehmen ein. Die spannende Frage dabei ist, ob das generelle Verhalten der Mitarbeiter eine solche Kultur fördert oder ob die Kultur entsprechend auf das Verhalten der Mitarbeiter wirkt. Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich sicherlich dadurch aus, dass die Innovationskultur sowohl Top-Down als auch Bottom-Up im Unternehmen verankert ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Schaffen einer entsprechenden Kultur ein langwieriger Prozess ist, der sich auch immer wieder anpassen und neu erfinden muss – gerade durch die sich viel schneller ändernden Rahmenfaktoren, sowohl von innen als auch von außen.


Bei einer erfolgreichen Innovationskultur ist der Umgang mit Fehlern und Fehlschlägen von großer Bedeutung. Was zeichnet aus Ihrer Sicht eine ausgeprägte konstruktive Fehlerkultur als ein wichtiger Aspekt einer innovationsförderlichen Unternehmenskultur aus?


Von einer offenen Fehlerkultur zu sprechen, ist relativ leicht und im Moment auch „state of the art“ in vielen Unternehmen. Dies wird auch durch die zunehmende Einführung moderner, agiler Arbeitsmethoden hervorgehoben. Ob es sich aber um eine echte kulturelle Veränderung handelt, ist oft erst im Detail zu bewerten. Es zeigt sich beispielsweise in der täglichen Zusammenarbeit im Team und übergreifend zwischen den Teams. Innerhalb unseres Unternehmens ist zu beobachten, dass neue Rollen, wie beispielsweise der Scrum Master, eine zentrale Rolle bei der Etablierung „moderner“ Werte spielen. Damit wirken sie auch positiv auf die Kultur ein. Letztendlich braucht ein erfolgreiches Innovationsmanagement eine gelebte, offene und ehrliche Fehlerkultur.


Vielen Dank für das Gespräch!

Christine

Senior Manager Corporate Communications

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